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Leseprobe zu: "Rettet die Purzelb�ume - Kinderwitz & Lebenskunst"


�2009 Alfred Kirchmayr
Auszug aus Kapitel 1, Seite 18-24bestellen [www.amazon.de/Rettet-die-Purzelb%C3%A4ume-Kinderwitz-Lebenskunst/dp/3851672267/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1254680873&sr=8-1]



1. ��� Rettet die Purzelb�ume!

��������� Kindlichkeit und Kinderwitz � Ausdruck von List, Lebenslust und

��������� Lebenskunst ���

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purzelbaeume
Von Kindern lernen und die Kindlichkeit pflegen!

Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt, euren Sinn �ndert und wieder werdet wie Kinder, k�nnt ihr nicht in die Himmel gelangen. (Mt. 18, 5)

Dieses psychologisch tiefsinnige Bibelwort ist von grundlegender Bedeutung f�r den Proze� des Mensch-Werdens und die �berwindung von tierischem Ernst und anderen Formen der Erstarrung und Verbl�dung. Ausdr�cklich werden zwei elementare Voraussetzungen angesprochen: Erwachsensein und Kindlichkeit sollen in Balance sein. Erwachsensein meint Eigenschaften wie Realit�tssinn, Frustrationstoleranz und die F�higkeit, pers�nliche und soziale Verantwortung f�r das Leben zu �bernehmen.

Der Physiker Marco Wehr, der begeistert mit Kindern philosophiert, sagt das so: Wir m�ssen wie die Kinder lernen, um auf einer h�heren Ebene wieder wie Kinder zu werden. Denn in unserer dominanten Art zu leben ist die Entfaltung der Kindlichkeit sehr bedroht. Aufgeschlossenheit, Sympathie, Neugier, Toleranz, Heiterkeit, Lebensfreude, Kreativit�t und die Freude an den Spielen des Lebens � und die f�r diese Einstellungen grundlegende Phantasie � sind gef�hrdet, im tierischen Ernst und anstrengenden Alltagstrott zu verk�mmern.

Die engagierte Schriftstellerin und Theologin Dorothee S�lle hat dazu Wegweisendes gesagt:

Im Interesse des Gl�cks ist von jener Tugend, die bei Gl�cklichen gedeiht, zu sprechen: der Phantasie � Es ist ein ethisches System denkbar, in dem sich alle Tugenden auf Phantasie gr�nden, die Mutter der Tugenden von morgen � Ich nenne einige dieser neuen Tugenden: die Toleranz und der Humor, der gerechte Zorn und die Einf�hlung, die Initiative und die Beharrlichkeit einer produktiven Vorstellungskraft.

Fr�her wurde der Gehorsam als Vater aller Tugenden bezeichnet. Auch heute meinen noch viele Erwachsene, da� Gehorsam die wichtigste Eigenschaft von Kindern sein m�sse. Doch Phantasie ist noch viel wichtiger. Und Kinder haben eine bl�hende Phantasie und viel Einf�hlungsverm�gen. Die Pflege und Entfaltung der Phantasie hat viel mit unserer Kindlichkeit zu tun.

Denn Kinder sind mit wachen und offenen Sinnen unterwegs: sie f�hlen und sp�ren, sie sehen und h�ren, sie empfinden und spielen hingebungsvoll. Kinder k�nnen noch ganz Auge, ganz Ohr, ganz Bewegung und beschwingt sein. Sie spielen mit allem und jedem, sie fragen und hinterfragen alles. Sie nehmen nichts einfach hin, solange sie Kind sein k�nnen und mit ihren offenen Sinnen auch noch den Mund aufmachen d�rfen und nicht � w�rtlich verstanden � entm�ndigt werden! Ausdr�cke wie Halt den Mund! oder: Frag nicht so bl�d! sind uns leider allen sattsam bekannt.

Lena beschwert sich: �Eltern sind komische und verr�ckte Wesen! Erst bringen sie einem das Reden bei und wenn man es gut kann, sagen sie dauernd: �Halt den Mund!��

Wie anders ist dagegen die Botschaft dieses k�stlichen Witzes, der von einem armen sibirischen Juden handelt:

�Papa, wie hei�t der h�chste Berg der Welt?� fragt der aufgeweckte kleine Schmulik. � �Wei� ich nicht.� � Zwei Minuten sp�ter: �Papa, wie hei�t der K�nig von Italien?� � �Wei� ich nicht�, erwidert der Vater und kratzt sich am Kopf. ��Papa, wieso kocht das Wasser bei hundert Grad?� � �Verflixt noch mal�, sagt der Vater, �das wei� ich auch nicht!� � Es vergehen einige Minuten, in denen keiner etwas sagt. Dann schaut der Vater seinen Sohn an und sagt mit einem gutm�tigen L�cheln: �Frag nur, frag, mein Sohn! Sonst lernst du ja nie was dazu!�

Kinder wehren sich gegen die Heiligsprechung der ber�hmten drei Affen: Nichts h�ren! Nichts sehen! Nichts sagen! Sie sind auf-geschlossen und noch nicht verschlossen und vertrottelt. Dieses Schimpfwort kommt vom Dahin-trotten ohne Achtsamkeit nach innen und au�en, ohne Aufmerksamkeit, ohne ver�ndernde Neugier, ohne erotische Beziehung zum Leben, zur Natur und zu den Mitmenschen.

Sigmund Freud hat sich angesichts der vielen fertigen, lustlosen, desinteressierten und frustrierten Erwachsenen gefragt, was da passieren mu�, damit aus lustigen, lachenden, bewegten, phantasievollen und begeisterten Kindern solche Frustbomben werden k�nnen!

Der Schulrat pr�ft die Klasse und ist sehr unzufrieden. Zum Schlu� fragt er nach einem Sprichwort. Da meldet sich Klaus und sagt: �Ein Narr fragt mehr, als zehn Weise wissen k�nnen!�

Kinder haben noch viel Witz.

Im Kindlichen ist der himmlische Eros (Sigmund Freud) voll Lust, Liebe, Vernunft und Begeisterung unterwegs, die geheimnisvolle Welt zu erkunden. Was oft nicht bedacht wird: Vernunft kommt von vernehmen, mit allen Sinnen aufnehmen � und pr�fen, was der Fall ist. Deshalb spricht man von p�dagogischem Eros, wenn Lehrer mit Lust, Liebe und Interesse unterrichten. Oder von wissenschaftlichem Eros, wenn Forscher mit Begeisterung an der L�sung von Problemen arbeiten. Denn das Wort vern�nftig wird meistens v�llig falsch verstanden und verwendet! Die Aufforderung Sei doch vern�nftig! bedeutet meistens: Passe dich brav und fraglos der �blichen Sichtweise und dem normierten Verhalten an!

Doch die kindliche Wahrnehmung und Erfahrung von Wirklichkeit f�hrt zu kreativen, originellen, listigen und lustigen Auffassungen von Dingen und Menschen. Das Kind spielt unbefangen und sinnennah mit allem, was es vorfindet: mit Worten und Gedanken, mit Kl�ngen und Ankl�ngen, mit Dingen, Normen und Verhaltensweisen. Es ist noch nicht in Gewohnheiten festgefahren � in Wahrnehmungs-, Auffassungs-, Denk-, F�hl- und Bewertungsgewohnheiten.

Auf alles werfen Kinder ihren offenen und neugierigen Blick. Sie bringen dadurch K�stliches zum Vorschein, indem sie die Oberfl�che der Gewohnheit und die oberfl�chliche Auffassung durchbrechen. Freud wu�te es: Worte sind ein plastisches Material, mit dem sich allerlei anfangen l��t. Kinder fassen Worte und Ausdrucksweisen ganz w�rtlich und sinnennah auf. Sehen wir uns einige k�stliche Produkte kindlicher Sprachauffassung an:

Zwei kleine M�dchen schleichen viel zu sp�t nach Hause. Sagt die eine: �Jetzt wird meine Mutter wieder kochen vor Wut!� � Meint die Freundin erstaunt:�Du hast es gut! Ich krieg so sp�t nie was Warmes zu essen!�

Der kleine Franzi hat sehr strenge Eltern. Von beiden wird er immer wieder verdroschen. Als sie den Urlaub am Bauernhof planen, weigert er sich tr�nenreich und energisch mitzufahren, weil es dort Dreschmaschinen gibt!

Die Erstkl�sslerin Susi liest langsam die Zeitung. Pl�tzlich fragt sie erstaunt ihre Mutter: �Ist denn der liebe Gott krank?� � �Wieso denn das?� fragt die Mutter �berrascht. � Sagt Susi aufgeregt: �Hier steht geschrieben: �Der liebe Gott hat den Gemeindearzt Dr. Schulze zu sich gerufen!��

Kinder haben noch Witz, sie sind nicht uz den wizzen gekommen. Das hei�t n�mlich althochdeutsch den Verstand und die Besinnung verlieren! Witz hei�t ja urspr�nglich Verstand, Klugheit, Weisheit und Wissen. Wissenschaft hei�t mittelhochdeutsch wizzenschaft. Weiter sind Kinder die geborenen Philosophen, Wissenschaftler und Empiriker. Sie �berpr�fen alles M�gliche. Das kann auch mal zu Peinlichkeiten f�hren:

Tante Elsa ist bei Familie Fischer zu Besuch. W�rdevoll sitzt sie im Wohnzimmer. Die Mutter und die vierj�hrige Betty sind noch in der K�che besch�ftigt. Pl�tzlich l�uft Betty ins Wohnzimmer zur Tante und schleckt ihr Kleid ab. Nochmals kostet sie das Kleid und sagt dann:�Das Kleid ist wirklich geschmacklos!�

Die vierj�hrige Hilde strahlt ihre Tante an und sagt:�Sch�n, da� du gekommen bist, Tante Lena! Heute fr�h hat Vati gesagt: �Tante Lena fehlt uns gerade noch!��

Sigmund Freud hat in seinem genialen Buch Der Witz und seine Beziehung zum Unbewu�ten nachgewiesen, da� Witze aus dem kindlichen Spiel und der kindlichen Lebenslust und Lebensfreude entstehen. Wir Menschen sind unerm�dliche Lustsucher. Ein Witz entsteht dadurch, da� ein Gedanke kurz ins Unbewu�te baden geht, also in das Kindesalter der Vernunft eintaucht und dadurch die h�ufige Gedankenlosigkeit und Oberfl�chlichkeit der Erwachsenensprache entlarvt.

Freud hat es so gesagt: Das Denken wird f�r einen Moment auf die kindliche Stufe zur�ckversetzt, um so der kindlichen Lustquelle wieder habhaft zu werden. Durch ungew�hnliche Auffassungsweisen entstehen �berraschende und oft witzige neue Wort- und Gedankenverbindungen:

Ein �lteres unverheiratetes Kinderm�dchen erz�hlt ihrem kleinen Z�gling: �Stell dir vor, Franzi, wie ich gestern sp�t abends von dir weggehe, steht beim Haus ein verd�chtig aussehender junger Mann. Oh, wie ich gelaufen bin!� � Da fragt Franzi neugierig: �Na und � hast du ihn auch erwischt?� Laufen ist eben nicht eindeutig. Es kann fortlaufen oder nachlaufen bedeuten � und wird hier vielleicht boshaft-listig interpretiert.

Hans fragt seinen Freund Hubert: �Wie geht es deinem Vater?� � �Ach, gestern hat er wieder einen Schlaganfall gehabt!� � Da sagt Hans besorgt: �Das ist doch nicht dein Ernst!� � �Doch, sogar einen ganz heftigen! Sieh dir blo� mal die blauen Flecken auf meinem Hintern an!�

Aber nicht nur Schlaganfall birgt eine gewisse Zweideutigkeit in sich. Der folgende Witz lebt von einem Gleichklang:

Werner ist der Witzbold der zweiten Klasse. Er geht mit seinen Freunden an einer W�rstelbude vorbei. � �Hei�e W�rstchen! Hei�e W�rstchen!� ruft der Verk�ufer. � Werner verbeugt sich h�flich und sagt: �Angenehm! Hei�e Meier!�

Auch unter einer Fahne kann man sich Unterschiedliches vorstellen: Erdkunde. Der Lehrer fragt Klaus:�Kennst du die Fahnen einiger anderer V�lker?� � �Na klar! Der Schotte riecht nach Whisky, der Russe nach Wodka, der Italiener nach Rotwein und der Bayer nach Bier!�
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